Dialogprozess

Wie sah der Dialogprozess konkret aus?

Neben einem Projektkreis gab es drei fachliche Arbeitsgruppen zu den Themen: Umwelt- & Naturschutz, Verkehr, Nutzerinnen und Nutzer. Zur Erarbeitung der Machbarkeitsstudie hatten diese Gremien eine beratende Funktion und begleiteten den gesamten Prozess in insgesamt 15 Treffen in dem Zeitraum von Januar bis Juli 2018.

Der Projektkreis und die Arbeitsgruppen erhielten alle relevanten Informationen. Im Austausch konnten Fragen an die Planer, Vertreter der Stadt Rastatt und der Daimler AG gestellt werden. Vorschläge, Anregungen und Positionen konnten eingebracht werden. Bei der Erarbeitung eines Bewertungsschemas (Kriterien), der genauen Beschreibung der Flächenoptionen und der Bewertung der möglichen Flächenoptionen wirkten die Gremien mit. Vor allem in den Arbeitsgruppen wurde das Wissen von vor Ort eingebracht und sich vertieft mit fachlichen Fragen beschäftigt.

Mit dem Abschluss der Machbarkeitsstudie endet vorerst auch der Dialogprozess. Wenn der Gemeinderat nach der Sommerpause eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen haben wird, ist geplant, den Dialog mit den betroffenen Akteuren in anderer Form weiterzuführen.

 Zukunftsgerichtete Entwicklung des Mercedes-Benz Werkes Rastatt (Quelle: team ewen)

Zukunftsgerichtete Entwicklung des Mercedes-Benz Werkes Rastatt (Quelle: team ewen)

Meilensteine im Dialogprozess

Entwicklung von Kriterien für eine gute Entwicklungsoption

Als erster Meilenstein wurden aus den Arbeitsgruppen heraus Vorschläge für Kriterien entwickelt, die später als Grundlage für die Bewertung der Entwicklungsoptionen genutzt wurden.
Schnell war man sich einig, dass einer möglichen Werksentwicklung ein Leitbild im Sinne einer positiven Gesamtbilanz für Natur und Landschaft voranstehen müsse. Das Planungsbüro IUS entwickelte daraus einen Kriterienkatalog, der von Projektkreis und Arbeitsgruppen bestätigt wurde.
 

Ist-Zustand als gute Grundlage für die Bewertung

Als weiterer Meilenstein wurden die Flächenoptionen in ihrer Beschaffenheit und mit ihren Charakteristika im heutigen Ist-Zustand beschrieben. Die Arbeitsgruppen gaben Hinweise auf fehlende Informationen, geänderte Nutzungen beziehungsweise Eigentumsverhältnisse und weitere Datenquellen, die noch zu berücksichtigen sind.  Durch dieses Wissen von vor Ort konnte die Grundlage für die spätere Bewertung verbessert werden.
 

Ein Ergebnis zeichnet sich ab

Als Ergebnis der Bewertung der Flächenoptionen wurde eine Kombination empfohlen, die aus einer Nachverdichtung auf dem Werksgelände, Teilen der Südfläche und der Südostfläche besteht.

Die vorgestellte Empfehlung wurde in den Arbeitsgruppen unterschiedlich bewertet. Von den Umweltverbänden wurde nachdrücklich mehr Abstand zum Naturschutzgebiet gefordert und vorgeschlagen, den untersten „Südzipfel“ der Südfläche auszusparen. Auch forderten sie eine weitreichende ökologische Kompensation und eine verbindliche Umsetzung. Verbunden mit den verkehrlichen Auswirkungen des vorgeschlagenen Ergebnisses wurden verkehrliche Maßnahmen identifiziert, die mit einer Werksentwicklung umgesetzt werden sollen. Die vom Ergebnis betroffenen Nutzer bzw. Eigentümer artikulierten ihre Meinungen und Bedenken und zeigten sich für Gespräche über mögliche Kompensationen grundsätzlich bereit.
 

Ein beispielhafter Prozess

Der begleitende Dialog zur Erstellung der Machbarkeitsstudie wurde in den Arbeitsgruppen und im Projektkreis als vorbildlich gewürdigt. Durch die Einbeziehung aller relevanten Akteure sei es in einem aufwändigen Prozess gelungen, unterschiedliche Sichtweisen zu hören und eine gemeinsame Lösung zu finden.