Eindrücke aus Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe „Umwelt und Naturschutz“

In der Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz wurden kontroverse Diskussionen geführt, grenzten doch die Erweiterungsoptionen an unterschiedliche Schutzgebiete. Wichtig war der Arbeitsgruppe, die Wirkungen auf Pflanzen, Tiere und Lebensräume im Raum ganzheitlich zu betrachten. Landschaft dürfe nicht weiter durch Bauwerke zerschnitten werden. Es sei zu beachten, dass die Landschaft miteinander verbunden bleibe, formulierten insbesondere die Umweltverbände. Auch wurde immer gefordert, die Flächeninanspruchnahme so gering wie möglich zu halten. Gegenüber der Daimler AG wurde immer wieder betont, kreative Lösungen für die neuen Industrieflächen zu finden, um möglichst wenig Fläche zu beanspruchen. Herausgearbeitet wurde auch, dass die ökologische Kompensation einen wichtigeren Pfeiler einer Gesamtlösung darstellen müsse. Es müsse eine verbindliche Umsetzung der Kompensation gewährleistet werden. Dabei sollten sowohl die Natur- und Umweltbildung als auch Naturerlebnisthemen miteinander verknüpft werden können, ohne dabei landwirtschaftliche Flächen zu stark zu belasten.

Grundsätzlich wurde der Dialogprozess in der Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz immer wieder als transparent und ehrlich gelobt, Fragen und Hinweise aus der Arbeitsgruppe seien von Beginn an ernsthaft aufgenommen wurden, Umweltfragen wurde sowohl fachlich als auch emotional Bedeutung geschenkt. Auch wurde die große Offenheit der Daimler AG geschätzt, ihre Planungen - auch mit Details der Betriebsabläufe - zu begründen.
 

Arbeitsgruppe „Verkehr“

Die Arbeitsgruppe Verkehr hatte die herausfordernde Aufgabe, alle verkehrlichen Maßnahmen, die im Kontext einer möglichen Erweiterung des Daimler-Werkes in Rastatt stehen, zusammenzuführen und ihre Wirkung auf die fünf Erweiterungsoptionen zu bewerten. Umgekehrt war aber auch zu bedenken, welche verkehrliche Wirkung die unterschiedlichen Flächenoptionen auf die einzelnen Maßnahmen hätten. Unterstützt wurde die Arbeitsgruppe durch einen sogenannten Expertenkreis unter Federführung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein. Der Expertenkreis hat 27 Steckbriefe zu Verkehrsmaßnahmen in Rastatt erstellt, die in weitestem Sinne mit der Werkserweiterung in Zusammenhang stehen. Verbunden mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurden dann fünf verkehrliche Maßnahmen identifiziert, welche in engem Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Entwicklungsoption stehen: Ertüchtigung des Knotens L 75/Oberwaldstraße, Ertüchtigung des Knotens Oberwaldstraße/K3769, Querspange B3/L75, Anschluss der Optionen Süd und Südost an die Ottersdorfer Straße.

Bei allen Sitzungen wurde intensiv darüber nachgedacht, wie der motorisierte Verkehr reduziert werden könne. Und wie es gelingen könne, so viel Verkehr wie möglich auf Schiene, Fahrrad und ÖPNV zu verlagern. Ausdrücklich gelobt wurden dabei die Initiativen der Daimler AG, über eine Mitfahrer-App für Pendler, der Bereitstellung von zusätzlichen Fahrradparkplätzen und eine Bezuschussung des Jobtickets diese Verlagerung zu unterstützen.

Im Ergebnis, so die Teilnehmer, sei inhaltlich ein vollständiger Überblick zu relevanten verkehrlichen Maßnahmen zusammengeführt worden. Der Prozess habe dazu geführt, dass nicht mehr nur über Verkehr, sondern über Mobilität insgesamt nachgedacht werde. Auch sei man beeindruckt von der großen Offenheit aller beteiligten Akteure.
 

Arbeitsgruppe „Nutzerinnen und Nutzer“

Die Arbeitsgruppe Nutzer hatte die Besonderheit, dass die Teilnehmer als Eigentümer oder durch ihre aktuellen Nutzungen der Flächen direkt betroffen sind. Diese „Betroffenheiten“ sind individuell und unterschiedlich. Mit dem vorgeschlagenen Ergebnis konnten die Betroffenheiten dann auf drei direkt betroffene Parteien „begrenzt“ werden. Mit allen drei Parteien führen die Stadt Rastatt und die Daimler AG persönliche Gespräche, um die konkreten Betroffenheiten zu analysieren und angemessene Kompensationen zu vereinbaren. Als Ziel gilt: niemandem soll es durch die Werksentwicklung schlechter gehen als zuvor. Wichtig für die landwirtschaftlichen Vertreter insgesamt war, dass im Kompensationskonzept die Landwirtschaft auch insgesamt berücksichtigt werden müsse. Denn es solle sichergestellt werden, dass sie durch mögliche Ausgleichsmaßnahmen nicht doppelt belastet werde.