Häufig gestellte Fragen

 

1.     Kommt der Naturschutz nicht unter die Räder durch die Erweiterungspläne?

Die Interessen des Naturschutzes werden behördlich durch die Höhere und Untere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe beziehungsweise beim Landkreis Rastatt vertreten und durch den städtischen Fachbereich Stadt- und Grünplanung. Zudem vertreten die anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbände sehr massiv ihre Interessen, so dass in der Summe festgestellt werden kann, dass der Naturschutz nicht unter die Räder kommen kann. Alle waren in die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie eingebunden und werden den Prozess weiter begleiten.

 

2.     Was passiert mit denen, die die benötigten Flächen bisher nutzen?

Denjenigen, die gegenwärtig städtische Flächen nutzen, das sind insbesondere die Kleingärtner der Gartenanlage Oberwald und der städtische, gärtnerische Bauhof, werden geeignete Ersatzflächen zur Verfügung gestellt.

Beim Landwirt, der gegenwärtig zukünftige Erweiterungsflächen bewirtschaftet, wird dies nicht gelingen, da Ackerfläche endlich ist. Es wird aber im Rahmen der Eingriffs- / Ausgleichsplanung für die Eingriffe in Natur und Landschaft  sichergestellt, dass nicht noch weitere landwirtschaftliche Fläche durch Ausgleichsmaßnahmen verloren geht. Der Ausgleich soll im Rahmen der Produktionsintegrierten Kompensation (PiK) erfolgen.

Für die Schützengesellschaft Rastatt gilt, dass sie als Eigentümerin ihrer Liegenschaft ihre Interessen selbst aus guter Position vertreten kann. Sie wird Wert darauf legen gleichwertigen Ersatz an anderer Stelle zu erhalten.

 

3.     Kommt durch die Erweiterungspläne nicht noch mehr Verkehr auf Rastatt und die Wohngebiete zu?

Im Mercedes-Werk Rastatt werden im Produktionsablauf zunächst im sogenannten Rohbau die Karosserien zusammengebaut, die in den Folgeschritten lackiert und mit allen erforderlichen Teilen zu einem fertigen Auto montiert werden. Die geplante Werkserweiterung schafft zusätzlichen Platz hauptsächlich für die Montage inkl. der zugehörigen Logistik-Umfänge, da parallel zu den PKW mit Verbrennungsmotor zukünftig Elektroautos in Rastatt montiert werden. Auch zukünftig sollen Stückzahlen in etwa gleicher Größenordnung wie heute produziert werden. D. h. bei der Anlieferung der Bauteile und für den Abtransport der fertigen Autos werden bei gleichbleibenden Produktionszahlen keine zusätzlichen Fahrten erforderlich.

Mit der Empfehlung der Machbarkeitsstudie, die Erweiterungsflächen in unmittelbarer Werksnähe auszuweisen, können verkehrliche Mehrbelastungen vermieden werden. Die Anbindung kann bei dieser Variante über Förderbänder direkt ins Werk erfolgen.

Die Anzahl der Mitarbeiter am Standort soll konstant bleiben, somit fällt hier auch kein zusätzlicher Verkehr an. Um einen Beitrag zur Verbesserung der insgesamt angespannten Verkehrssituation in der Region zu leisten, hat das Mercedes-Benz Werk Rastatt in den letzten Monaten Initiativen zur Verkehrsreduzierung gestartet. So wurde z. B. eine eigene Mitfahr-App zur Förderung von Fahrgemeinschaften eingeführt, die Anzahl der Fahrradabstellplätze im Werk erhöht oder auch eine auf die Schichtzeiten besser angepasste Busanbindung zum Werk gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben auf den Weg gebracht.

 

4.     Kann ich mich als Bürger/in in den Entwicklungsprozess einbringen?

Wenn der Gemeinderat nach der Sommerpause durch den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan grünes Licht für die Umsetzung der Empfehlung aus der Machbarkeitsstudie gibt, wird ein Verfahren nach dem Baugesetzbuch in Gang gesetzt, das mindestens zweimal eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit vorsieht. Dann ist jede und jeder Einzelne aufgerufen, Anregungen zur Planung und zum Vorhaben in den Erweiterungsprozess einzubringen.

Im Übrigen werden die Stadt Rastatt und die Daimler AG den Bürgerinnen und Bürgern während des gesamten Planungs- und Umsetzungsprozesses kontinuierlich Informations- und Diskussionsformate anbieten. Der Informationsveranstaltung am 24. Juli werden weitere folgen. Ebenso Sprechstunden oder Begehungen, wie sie aktuell in den Sommerwochen angeboten werden. Ziel ist es, den Prozess so transparent, dialogorientiert und bürgernah wie möglich zu gestalten.

Für direkte Fragen steht allen auch das Kontaktformular auf der Website zur Verfügung.